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Inhalte des Subjekts
pp. 159-284
Abstract
Dieses Dilemma der Subjekttheorie zwischen Erkenntnis und Gesellschaft findet auf einer hohen Abstraktionsebene statt. Allein, auch dann, wenn die Abstraktionsebene verlassen wird zugunsten konkreter Subjektbestimmungen, findet sich nicht ein harmonischeres Bild, nach dem das Subjekt mit sich und der Welt zufrieden sein könnte. Nachdem es in der Aufklärung zunächst oder hauptsächlich als Erkenntnissubjekt entwickelt worden war, lag es nahe, das Subjekt als Gedankenmodell auch auf den Bereich der praktischen Philosophie zu übertragen. Wenn das Subjekt in Form des Cogito logisch nicht hintergehbar ist, warum sollte es sich dann politischen, moralischen oder wirtschaftlichen Herrschaftsansprüchen beugen? Waren diese als Erkenntnisgegenstand nicht ihrerseits davon abhängig, von einem Subjekt erkannt zu werden? Bereits die Fragen signalisieren, dass es etwas wie Herrschaft geben muss, dem das Subjekt sich beugen kann.
Publication details
Published in:
Beer Raphael (2016) Erkenntnis und Gesellschaft: Zur Rekonstruktion des Subjekts in emanzipatorischer Absicht. Dordrecht, Springer.
Pages: 159-284
DOI: 10.1007/978-3-658-10447-4_3
Full citation:
Beer Raphael (2016) Inhalte des Subjekts, In: Erkenntnis und Gesellschaft, Dordrecht, Springer, 159–284.