Book | Chapter
Sinn und Materialität
Herausforderungen einer postkonstruktivistischen Theoriebildung
pp. 119-135
Abstract
Liefert uns die Welt Gründe, etwas zu tun, zu denken, für wahr oder falsch zu halten? Im Alltag sind die meisten von uns davon überzeugt. Im Alltag sind wir fast alle Realisten. Lehnen wir uns an das bekannte Beispiel von Max Weber an: Zwei Fahrradfahrer nehmen sich gegenseitig wahr und versuchen, einander auszuweichen. Würden wir sie befragen, bekämen wir zur Antwort, dass der Grund für das Ausweichmanöver die Wahrnehmung des jeweils anderen war. Auf Nachfrage bekämen wir weitere Gründe genannt, etwa, dass man schmerzhaften körperlichen Kontakt mit dem anderen Fahrer, dessen Fahrrad und natürlich auch dem Asphalt vermeiden wollte. Man weiß eben, dass die Materialeigenschaften dieser Gegenstände so beschaffen sind, dass es sich empfiehlt, vorsichtig zu sein. Im Alltag sind wir in diesem Sinn eben auch Materialisten.
Publication details
Published in:
Renn Joachim, Ernst Christoph, Isenböck Peter (2012) Konstruktion und Geltung: Beiträge zu einer postkonstruktivistischen Sozialund Medientheorie. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 119-135
DOI: 10.1007/978-3-531-93441-9_6
Full citation:
Isenböck Peter (2012) „Sinn und Materialität: Herausforderungen einer postkonstruktivistischen Theoriebildung“, In: J. Renn, C. Ernst & P. Isenböck (Hrsg.), Konstruktion und Geltung, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 119–135.