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Zur Geschichte der Grounded Theory
pp. 15-36
Abstract
Die Grounded Theory stellt einen erkenntnisgenerierenden Forschungsstil dar und liefert dazu ein methodisches Instrumentarium. Sie wurde unter bestimmten disziplinären und historischen Umständen in der Zusammenarbeit von B.G. Glaser und A.L. Strauss sowie einigen anderen Mitarbeitenden in der sozialwissenschaftlichen Forschungspraxis herausgebildet. Erst später wurde das Vorgehen in Form von Seminar-Unterweisung und in Lehrbüchern präzisiert, fi xiert und kanonifi ziert. Es gibt eine gut fünfzigjährige Geschichte der Entwicklung, Verbreitung, Etablierung, Institutionalisierung und Diversifi kation der GTM in sozial- und kulturwissenschaftlichen Fachrichtungen sowie im internationalen Maßstab – eine multidisziplinäre und globale Erfolgs-Story. Im Laufe der Zeit sind eine Reihe Problempunkte der Methodik ans Licht gekommen, und es haben sich unterschiedliche Spielarten und Gruppierungen formiert, u.a. in Zusammenhang mit Trends in der philosophischen Grundlagendiskussion der Sozialwissenschaften. Heute kann man von einer Theorienfamilie der GTM sprechen. Wir gehen auch auf die Rezeptionsgeschichte im deutschsprachigen Raum ein, die in sozialwissenschaftlichen Fachdisziplinen unterschiedlich ausfällt.
Publication details
Published in:
Breuer Franz, Muckel Petra, Dieris Barbara (2019) Reflexive grounded theory: eine Einführung für die Forschungspraxis. Dordrecht, Springer.
Pages: 15-36
DOI: 10.1007/978-3-658-22219-2_2
Full citation:
Breuer Franz, Muckel Petra, Dieris Barbara (2019) Zur Geschichte der Grounded Theory, In: Reflexive grounded theory, Dordrecht, Springer, 15–36.