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Der vielfache Verwendungssinn des Ausdrucks "Beispiel"
pp. 137-141
Abstract
Nun mag man zwar zugeben, dass es für naturwissenschaftliche Gesetze im strengen Sinn keine "Beispiele" gebe. Man spricht ja in Beziehung auf Gesetze auch nicht von Beispielen. Aber ist es andererseits nicht im Sprachgebrauch begründet, wenn Kant zwischen dem Beispiel, das man zur "Verständlichkeit eines Ausdrucks' "anführt", d. h. zwischen dem eigentlich veranschaulichenden Beispiel, und der demonstrativen Aufweisung eines Sachverhalts bzw. des diesen Sachverhalt formulierenden Begriffs nicht unterscheidet und sogar die Funktion des Beispiels hauptsächlich im "Beweis' der sogenannten objektiven Realität eines Begriffs erblickt? In der Tat gründen die Schwierigkeiten der kantischen Theorie des Beispiels auch in der Praxis des Sprachgebrauchs – der vorwissenschaftlichen ebenso wie der "wissenschaftlichen" Art zu reden –, der das Verschiedenste "Beispiel" nennt.
Publication details
Published in:
Buck Günther (2019) Lernen und Erfahrung: Epagogik. Dordrecht, Springer.
Pages: 137-141
DOI: 10.1007/978-3-658-17098-1_12
Full citation:
(2019) Der vielfache Verwendungssinn des Ausdrucks "Beispiel", In: Lernen und Erfahrung, Dordrecht, Springer, 137–141.